Nikolaiquartier NIK 8

  • PROJEKT WOHN-, GESCHÄFTS- UND BOARDINGHAUS
  • STANDORT TROSTBRÜCKE/NESS
  • FLÄCHE 18.100 M² BGF, 201 BOARDINGHAUSZIMMER, 101 MIETWOHNUNGEN
  • BAUHERR BILTON REAL ESTATE GMBH
  • BAUBEGINN 2027

Im Herzen der Innenstadt Hamburgs, auf geschichtlich hochinteressantem Terrain, das bereits zur Stadtgründung besiedelt wurde, entsteht ein Gebäudeensemble aus Wohn, Geschäfts und Boardinghausnutzung auf einem gemeinsamen Sockelgeschoss. Das Grundstück liegt gleichsam im Schatten des Mahnmals Nikolaikirche neben dem Gebäude der Patriotischen Gesellschaft zwischen Nikolaifleet und Rathausmarkt. Unterhalb des Gebäudes erwartet man bei der aktuell stattfindenden archäologischen Grabung die Reste des ersten Hafens der Stadt, der damals am Nikolaifleet lag. Auf dem Grundstück das zuletzt von der Commerzbank zuvor jedoch durch die alte Börse und weitere historische Vorgängerbauten genutzt wurde, werden zwei achtgeschossige bzw. elfgeschossige Neubauten (NIK 8 bzw. NIK 11) entstehen. Sie flankieren als Sichtachse zum Rathaus die zentrale Platzfläche.

Die ursprüngliche Planung geht auf einen Wettbewerbsgewinn aus dem Jahr 2019 zurück, in dessen Rahmen das Büro Bruno Fioretti Marquez (BFM) die beiden Baukörper auf der Nikolaiinsel entwickelte. BFM bearbeitet aktuell den Hochhausneubau NIK 11 als Büronutzung. Schenk Fleischhaker darf die Planung des Wohnhauses NIK 8 übernehmen.

Für NIK 8 wurde im Wettbewerb eine Bauform und Fassadengestaltung entworfen, die sich an der vormals auf dem Grundstück befindlichen historischen Commerzbankbebauung orientiert. Die Gebäudekubatur versteht sich somit als Reminiszenz an das historische Umfeld und zollt insbesondere der denkmalgeschützten Patriotischen Gesellschaft Respekt.

Als vermittelndes Element zwischen den angrenzenden, überwiegend dunkel gehaltenen Rotklinkerbauten der Patriotischen Gesellschaft und dem Neubau NIK 11 erhält NIK 8 ein helles, nahezu weißes Fassadenbild. Durch die freie Sichtbeziehung über das Fleet von der Willy-Brandt-Straße aus, kommt insbesondere der Südfassade eine hohe städtebauliche Bedeutung zu. Das Gebäude wirkt dort, trotz seiner innerstädtischen Einbindung, als eigenständiger Baukörper freigestellt und präsent im Stadtraum. Die von der ehemaligen Commerzbankbebauung des Architekten Martin Haller inspirierte Formensprache wird auch in der Fassadengestaltung aufgegriffen. Das klassische Säulenmotiv aus Basis, Schaft und Kapitell wurde bereits im Wettbewerbsentwurf neu interpretiert und im weiteren Planungsverlauf noch durch BFM zunehmend abstrahiert. In der vorherigen Planung zeigte sich dies in einer sanft profilierten Putzfassade mit Wölbungen und Kanneluren. Mit Zustimmung der Wettbewerbsgewinner BFM wurde dieses Gestaltungskonzept nun auf Wunsch der Bauherrschaft zu einer hellen Natursteinfassade weiterentwickelt.

Der südliche Bauteil wird in der aktuellen Planung als Boardinghaus hergestellt und ergänzt damit die im nördlichen Teil als Wohnungen geplante Nutzung um weiteren, in der Innenstadt dringend benötigten, Wohnraum. Die Wohnungen werden später als geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen durch den bestandshaltenden Bauherrn vermietet.

Der Gebäudesockel wird umlaufend durch eine „gefaltete“ Natursteinprofilierung geprägt, die die Eingangsbereiche sowie die Zugänge und Schaufenster zu den Gewerbeflächen zusammenfasst. Dort sind Verkaufs – und Gastronomienutzungen vorgesehen, die den zentralen Platz zwischen Trost- und Zollenbrücke in der Stadt beleben und somit auch die Uferzone des Nikolaifleets wieder stärker erlebbar machen. Vorgesehen ist eine streng gerasterte Fassade aus hellem, fast weißen, leicht ins beigefarbene changierendem Kalkstein mit geringer Struktur und Porosität. Die Oberflächen werden differenziert bearbeitet und dabei teilweise glatt geschliffen, teilweise scharriert oder gestockt ausgeführt. Ein umlaufendes Faschenmotiv rahmt die Fenster und verleiht der Fassade eine feine Gliederung. Die vier Gebäudeseiten umschließen einen gemeinschaftlich nutzbaren Innenhof.