WB Moislinger Allee

Städtebaulich-freiraumplanerisches Werkstattverfahren mit hochbaulichem Vertiefungsteil um die Neubebauung an der Moislinger Allee in Lübeck, Quartier am Park

1. Platz

Standort: Moislinger Allee 222-224, Lübeck Buntekuh

Fläche: 37.969 m²

Ausloberin: BPD Immobilienentwicklung GmbH, Hamburg im Einvernehmen mit der Hansestadt Lübeck

Freiraumplanung: MERA Landschaftsarchitekten

ausgelobt im April 2021

Durch eine zentrale, PKW-freie Ringerschließung wird das Plangebiet gegliedert und die angrenzenden Baufelder optimal erschlossen. Öffentliche und private Bereiche werden klar definiert. Durch Anpassungen in den Kubaturen entstehen im Inneren des Plangebietes zwei Quartiersplätze, die neue Qualitäten schaffen und jeweils durch angrenzende Sonderbaukörper (Quartiersgarage/Kita) definiert sind.Entlang der Moislinger Allee, des Pinassenwegs und der inneren Erschließung bildet die angrenzende Bebauung Raumkanten, in nördliche und östliche Richtung vereinzeln sich die Baukörper und lassen so vielfältige Blickbeziehungen in den angrenzenden Stadtteilpark Wiesental zu. Durch Öffnungen in den Baublöcken sind die privaten Innenhöfe untereinander vernetzt, ohne dass die Blockstruktur verloren geht. Auch die Höhe der Bebauung entwickelt sich von viergeschossiger Bebauung mit Staffelgeschoß im südlichen Teil des Plangebietes zu dreigeschossigen Gebäuden entlang des Stadtteilparks. Die höhere Bebauung entlang der Moislinger Allee dient dabei als Schallschutzriegel für das restliche Quartier. Um dem Quartier einen eigenen, identitätsstiftenden Charakter zu geben, sind entlang der Quartiersplätze z.T. Geschosswohnungsbauten mit Dachformen in Anlehnung an die für Lübeck typischen schmalen, giebelständigen Häuser geplant.

Jedem Gebäude ist zur Erschließungsseite ein 3m breiter, gepflasterter Vorgarten zugedacht und auf der Gartenhof zugewandten Seite ein ebenso breiter Garten. Die Gestaltung dieser Flächen bleibt den individuellen Wünschen der zukünftigen Bewohner*innen überlassen und verspricht ein lebendiges und abwechslungsreiches Erscheinungsbild der gebäudenahen Freiflächen. Die zentrale Erschließungsachse des Quartiers folgt dem Prinzip einer Wohn- und Spielstraße. Mittels Fahrbahn begleitender 2m breiter Pflanz- und Funktionsstreifen verspringt die Fahrfläche in regelmäßigen Abständen. Lockere Baumpflanzungen setzen Schatten spendende Akzente und helfen, den Raum klar zu gliedern. Die Erschließungsachse grenzt an die beiden Quartiersplätze an, die als Treffpunkt sowie als Spiel- und Aufenthaltsfläche für alle Bewohner*innen des Quartiers gedacht sind. Verschiedene Sitzangebote, teils besonnt, teils verschattet, eine Grandfläche zum Boule, ein Wasserspiel für die Kleinen und belebende Pflanzungen unterhalb der Bäume unterstützen den Gedanken eines lebendigen Stadtquartiers, dass von seinen Bewohner*innen aktiv in Gebrauch genommen wird. Die begrünten, mit generationenübergreifenden Spiel- und Nutzungsangeboten ausgestatteten, Gartenhöfe sind über großzügig bemessene Verbindungswege zu den angrenzenden Erschließungsstraßen erreichbar sowie über die sie rahmenden privaten Gärten.

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